Gurte anlegen! In Graz kann nun jeder abheben

Vor wenigen Tagen wurde das neue Flugsimulations-Zentrum Graz in der Puchstraße eröffnet. „Versuchen Sie sich selbst als Pilot und fliegen Sie eine Boeing 737!“, hieß es von den Verantwortlichen auf unsere Anfrage hin. Und schon saß ich, der Ferialpraktikant der „Steirerkrone“ und Autor dieser Zeilen, im Cockpit.

Ganzer Bericht der Kronen Zeitung:

Mit mulmigem Gefühl fuhr ich in die Puchstraße. Selbst eine Boeing 737 fliegen? Geht’s noch? Beim Betreten des FlugsimulationsZentrums war noch alles in Ordnung. Marc Asplanato kam mir entgegen und stellte sich als Inhaber des neuen Simulators vor. Wir führten ein interessantes Gespräch (siehe Interview unten) – und schon ging’s ins Cockpit.

Und tatsächlich: Es war alles so echt, so realistisch, die Knöpfe, die Hebel, die Schalter, alles wie im Flugzeug. Kaum hatte ich mich ans Steuer gesetzt, schnellte der Puls gleich einmal ordentlich in die Höhe. Jedes Wort von Marco Asplanato habe ich aufgesogen, ich wollte mir später keinen Fehler erlauben, ja nichts falsch machen.

Nachtflug im Flugsimulator Graz - Gate 08(Bild: Pail Sepp)

Ein Mitarbeiter stellte via Computeranlage Wetter (für uns gab’s Sonnenschein) und Zeit (erst helllichter Tag) ein. Meine Anspannung war jetzt schon grenzwertig. Asplanato und ich fütterten den Simulator mit weiteren Daten wie Gewicht (65 Tonnen), Start (Stuttgart), Ziel (Graz) oder Koordinaten. Schon ging es ab auf die Startbahn.

Fluginstruktionen im Flugsimulator Graz - Gate 08 Bild von Pail Sepp(Bild: Pail Sepp)

Eine weibliche Stimme gab uns das Startzeichen. Jetzt wurde es richtig ernst, ich musste die beiden Gashebel 60 Prozent nach vorne schieben – und tatsächlich wurden wir immer schneller. Nach wenigen Sekunden hieß es dann „Hochziehen“ – und mit schweißnassen Händen zog ich das Steuer näher zu mir. Und wir hoben ab! Was für ein Gefühl! Um Richtung und Höhe zu halten, musste ich dann ein lila Kreuz immer in der Mitte des Bildschirmes halten. Nach knapp eineinhalb Stunden landeten wir sicher in Graz-Thalerhof.

Mein Fazit: Ein aufregendes, cooles Erlebnis!

Interview mit Inhaber Marc Asplanato:

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, so einen Simulator zu bauen?

Ganz einfach: Nachdem ich ein leidenschaftlicher Hobbyflieger bin, wollte ich wissen, wie es in einer Simulatorkabine ausschaut. Da ich das nächste Angebot erst in Wien gefunden habe, habe ich mir gedacht, dann baue ich eben selber einen. Um mir selbst und den vielen interessierten Steirern zu ermöglichen, auch ohne Pilotenschein fliegen zu können.

Ist Ihr Flugsimulator auch zum Üben für angehende Piloten geeignet?

Ja, klar. Hier können Piloten verschiedenste Übungen abhalten, Ratings und Prüfungsvorbereitungen machen. Wir erreichen dieser Tage bereits einen Realitätsgrad von 95 bis 98 Prozent.

Gibt es ein Mindestalter für die Benützung des Simulators?

Ab 14 Jahren macht es Sinn, denn da hat man schon ein bisschen Ahnung von Physik und kann Zusammenhänge verstehen.

Darf eigentlich irgendwer nicht in den Simulator?

Grundsätzlich darf jeder bei uns fliegen. Aber sollte jemand bestimmte Reize nicht ertragen oder unter Epilepsie leiden, sollte die Person es mir vorher sagen.

Wie viel Geld steckt in Ihrem Projekt?

Es war ein sehr großer Aufwand und ein großes Investment, bis das Ganze realisiert war.

Haben Sie noch Pläne?

Wir planen, Seminare gegen Flugangst anzubieten. Wir wollen, dass jeder unbeschwert das Gefühl des Fliegens genießen kann.

Herausgeber
Kronen Zeitung

Reporter
Daniel Jakl

Fotograf
Pail Sepp

Artikel
https://www.krone.at/1956362

Wir bedanken uns herzlichst bei allen Beteiligten ♥♥♥